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Der Fall Velvet Autoinvest: Vom Instagram-Hype zum ganz realen Absturz

Finanz-Influencer schwärmten von einem neuen, automatisierten Trading-System. Doch das erzeugte bei Anlegern plötzlich hohe Verluste. Auf welche Warnsignale Anleger achten müssen.

Markus Meier (Name von der Redaktion geändert) investiert als Privatanleger seit rund sechs Jahren an der Börse und weiß, dass menschliche Emotionen wie Angst oder Gier oft zu falschen Entscheidungen führen.

Im vergangenen Jahr wurde er durch einen Finanz-Influencer namens „Dividendendagobert“ auf eine Trading-Software aufmerksam, die den Schwachpunkt Mensch aus der Geldanlage verbannen sollte: Das Start-up Velvet Autoinvest versprach Privatanlegern den Zugang zu Handelsalgorithmen, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren und die sonst institutionellen Investoren wie Hedgefonds oder Banken vorbehalten seien.

Die Firma wurde eigenen Angaben zufolge 2018 von Julius Franck-Oberaspach und Jonathan Hirsch in Stuttgart gegründet, hat ihren Sitz jedoch seit Februar 2021 in Zypern. Das geht aus dem zyprischen Handelsregister hervor.

Um das Angebot zu nutzen, mussten sich Anleger beim Partnerbroker Fusion Markets in Australien anmelden und anschließend die Velvet-Algorithmen mit ihrem Konto verknüpfen. Danach sollte es vermeintlich auch schon losgehen mit der automatisierten Geldvermehrung – „kinderleicht“, wie es auf der Velvet-Homepage heißt. Manuelle Eingriffe seien nicht erforderlich. Anleger konnten je nach Risikoneigung zwischen drei Handelsstrategien wählen, für die zu diesem Zeitpunkt jährliche Renditen von bis zu 160 Prozent in Aussicht gestellt wurden.

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